Verschlusszeit

Die Verschlusszeit gibt an, wie lange die Blende der Kamera geöffnet ist, wie lange der Sensor also belichtet wird. Dieser Wert wird in Sekunden (sec) angegeben, wodurch an Kameras, die eine Einstellung zulassen, Zahlen wie z.B. 2” ; 0.6” ; 5 ; 13 ; 125 ; 250 ; 4000 etc. eingestellt werden können. Bei den ganzen Zahlen an der Kamera handelt es sich um Reziprokwerte (Nenner des Bruchs). Liegt der Wert also auf 250, so ist die Verschlusszeit 1/250 sec. Die schnellste Verschlusszeit liegt oftmals bei 1/4000 sec.
Die Einstellung der Verschlusszeit hat unterschiedliche Auswirkungen und Funktionen:



1. Wenn der “Verschluss” länger geöffnet ist, kann auch mehr Licht auf den Sensor fallen. Umgekehrt, wenn die Verschlusszeit sehr kurz ist, wird wenig Licht aufgenommen. Ähnlich funktioniert unser Auge: Wenn wir die Augen schließen und dann kurz öffnen, fällt nur wenig Licht auf die Netzhaut, öffnen wir sie jedoch länger, nehmen wir mehr Licht war. Es gilt also:



Je kürzer die Verschlusszeit, desto weniger Licht fällt auf den Sensor.
Je länger die Verschlusszeit, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.




2. Gleichzeit kann man mit einer kurzen Verschlusszeit “Bewegungen einfrieren”. Bei der Sportfotografie ist eine kurze Verschlusszeit von höchster Bedeutung. Zu hohe Zeiten führen dazu, dass die Bewegung beispielsweise eines Sportlers aufgenommen wird und das Motiv später nicht scharf abgebildet wird. Kurze Verschlusszeiten wirken auch natürlichen Bewegungen der Hand und somit den typischen Verwacklungen entgegen. Da Kameras im Automatikmodus oft eine längere Verschlusszeit wählen, erhält man bei schlechten Lichtverhältnissen oft verschwommene Bilder.
Für die Beziehung von Verschlusszeit und Schärfe gilt:



Je kürzer die Verschlusszeit, desto schärfer das Bild.
Je länger die Verschlusszeit, desto mehr Raum bleibt für Bewegungsunschärfe und Verwacklungen.




Es ist wichtig das Gleichgewicht zwischen richtiger Belichtung und Schärfe zu finden. Der mangelnde Lichteinfall durch eine schnelle Verschlusszeit kann mit einem niedrigen Blendenwert kompensiert werden. (Was die Einstellung der Blende für Auswirkungen hat siehe “Blende”)
Bei einer langen Verschlusszeit kann man mit großer Brennweite leichter verwackeln. Ein Teleobjektiv benötigt für dasselbe Ergebnis in der Schärfe also eine weitaus kürzere Verschlusszeit als ein Weitwinkelobjektiv. In der Regel kann man sagen, dass die Verschlusszeit immer kürzer sein sollte als die Brennweite.
Beispiel:


Bei einer Brennweite von 45mm sollte die Verschlusszeit mindestens 1/50sec betragen.
Bei einer Brennweite von 150mm sollte die Verschlusszeit mindestens 1/160sec betragen.



Verschlusszeiten von unter 1/20 kann ich für Aufnahmen aus freier Hand aber ohnehin nicht empfehlen. Und dies auch nur mit Bildstabilisator.

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